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News / Kreatives Marketing / Der Wert des Geldes
Der Wert des Geldes

„Wer auf Geld baut, baut auf Sand“. Die Stellungnahme von Papst Benedikt XVI. zu dem Wert des Geldes hat natürlich seine eigene Sichtweise. „Wir sehen jetzt, dass Geld einfach verschwindet, das es nichts bedeutet“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor einiger Zeit.


Geld ist ja erstmal nichts anderes als bedrucktes Papier.
Sein Wert kommt erst dadurch zustande, dass dahinter eine volkswirtschaftliche Leistung steht (Waren, Dienstleistungen). Wenn die Menge des „bedruckten Papiers“ vermehrt wird, verringert sich natürlich auch der Wert des einzelnen Scheines - die dahinterstehende Leistung bleibt ja unverändert. Im schlimmsten Fall kommt es so zu einer Inflation (Aufblähung der im Umlauf befindlichen Geldmenge). Dann kann man sich für ein paar Milliarden nur noch eine Schachtel Streichhölzer kaufen.

Aus der Sicht des Druckers haben Geldscheine natürlich auch noch eine besondere Bedeutung. Es handelt sich ja wie gesagt auch „nur“ um bedrucktes Papier. Woher kommt das eigentlich? wer druckt das? Vorweg gesagt: PER leider nicht.

Alles am Banknotendruck ist streng geheim. Die Mitarbeiter sind zum Schweigen verpflichtet. Die zum Druck verwendeten Maschinen und Materialien dürfen nirgends sonst eingesetzt werden. Es gibt neben der Rüstungsindustrie kaum einen anderen Wirtschaftszweig, der sich derart hermetisch gegen die Blicke der Öffentlichkeit abschirmt.

Trotzdem ist der Euro nicht fälschungssicher, wie wir fast täglich der Presse entnehmen können. Bei Fertigung der Euronoten sind schon zahlreiche Pannen passiert, wie wir sie leider auch von der normalen Drucksachenproduktion manchmal kennen. Bei der Sicherheitsausstattung der europäischen Gemeinschaftswährung mussten auch Kompromisse gemacht werden, damit alle bisherigen europäischen Geldscheindrucker auch den einheitlichen Euro fertigen können. Das ist so ähnlich wie der Ikea-Katalog, der auch in verschiedenen Druckereien gefertigt wird und trotzdem immer gleich aussehen sollte. Unseren Druckfachleuten wird die Problematik sicher sofort bewusst sein. Derzeit fertigen 15 europäische Druckereien Euronoten. In Deutschland wird der Druck der Euronoten von zwei privaten Druckereien in München, Leipzig und Berlin ausgeführt. Das führt zu interessanten Konstellationen. Die private Druckerei in Berlin stand vor kurzem wegen mangelnder Liquidität vor der Insolvenz. Kommt man da als Geschäftsführer der Druckerei GmbH nicht ins Grübeln, was die Mitarbeiter da in der Fertigung gerade produzieren?
Na, ist alles gut gegangen – unser Staat hat die Druckerei jetzt wieder übernommen.

Gedruckt wird in allen bekannten Druckverfahren. Offsetdruck, Tiefdruck, Siebdruck, Stahlstich und natürlich werden auch noch diverse Sicherheitsmerkmale eingearbeitet. Fast alle europäischen Druckereien setzten hierzu das gleiche Druckmaschinenmodell ein: Bogendruckmaschinen aus einem Schweitzer Tochterunternehmen des Würzburger Druckmaschinenbauer König& Bauer, heute kurz KBA genant. Nur die Franzosen fertigen den Euro von der Rolle.

Und was ist das Geld nun wirklich wert? Ich habe in München angefragt, was der Druck einer Palette von 20-Euroscheinen kosten würde. Leider habe ich bis heute kein Angebot erhalten.

Autor:
Wolfgang Römer

 
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